BOOK REVIEW: Ormog – Der letzte weiße Magier von Thomas Engel (GERMAN ONLY)

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Autor: Thomas Engel
 Titel: Ormog – Der letzte weiße Magier
Verlag: fabulus Verlag
Erscheinungsdatum: 13. Juli 2016


Auf dem Planeten Magnus leben Menschen zusammen mit anderen vernunftbegabten Wesen. Magische Kräfte sind allgegenwärtig. Zwischen den Mitgliedern des Weißen Ordens und den abtrünnigen Gorgulzauberern entspinnt sich ein Machtkampf, der das einst blühende Reich von Kamal zu zerreißen droht. Im Konflikt auf Leben und Tod versuchen der Weißmagier Ormog und seine Gefährten zu verhindern, dass der Dunkle Meister der Gorgul sein Ziel erreicht: die unumschränkte Herrschaft des Bösen. Das Blatt wendet sich, als Ormog sich mit seiner gefährlichsten Gegnerin verbündet. Vatya, die Elitekämpferin der Gorgul, wechselt die Seiten. Können sie und Ormog ihre Zivilisation vor dem Untergang bewahren?

[Quelle: http://www.goodreads.com]

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Zur Verfügung gestellt wurde mir Ormog – Der letzte weiße Magier von Literaturtest, wofür ich mich auch hier noch einmal ganz herzlich bedanken möchte.

Ich muss sagen, ich bin ohne Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Zwar klang der Klappentext recht interessant und spannend, auch das Cover ist einfach unfassbar ansprechend, doch so richtig darunter vorstellen, worum es in dem Buch nun geht, konnte ich mir trotz allem nicht. Die Tatsache allerdings, dass das Buch von einem gerade erst 16 Jahre jungen Autor geschrieben wurde, hat mich nur umso neugieriger auf dieses Werk gemacht.

An dieser Geschichte gab es Dinge und Aspekte, die mir sowohl positiv, als auch negativ aufgefallen sind. Etwas, was mich definitiv positiv überrascht hat, war der unglaublich gute Schreibstil. Ich bin mehr als beeindruckt – besonders wenn man bedenkt, dass der Autor tatsächlich erst 16 Jahre ist. Der Wortschatz, über den Thomas offenbar verfügt, wahrscheinlich aufgrund seiner eigenen Vorliebe für Bücher, Filme, etc. pp., ist absoluter Wahnsinn. Die Art und Weise wie er bestimmte Begrifflichkeiten benutzt hat; Situationen und Momentaufnahmen be- und umschrieben hat – einfach wow, das Ganze untermalt mit wirklich tollen Dialogen hat mich der Stil des Buches tatsächlich von der ersten Seite an beeindruckt.

Ormog – Der letzte weiße Magier ist eine Mischung aus Urban/High Fantasy und Sci Fi. Praktisch alles wurde in dieser Geschichte zusammengemischt. Sowohl Fantasy als auch Sci Fi gehören definitiv zu meinen liebsten Genres, allerdings musste ich während des Lesens dieses Buches feststellen, dass sich die Mischung dieser beiden Genres wohl doch nicht so gut verträgt, wie ich es anfangs angenommen bzw. gehofft hatte. Es wurden meinem Erachten nach einfach zu viele phantastische Elemente mit in die Geschichte reingepackt. Zum Beispiel hätten wir hier Magier und Hexen, Götter, Barbaren, Sklaven, vierarmige Lebewesen, menschenähnliche Wesen mit Fell, Vogel-Menschen, Flugtiere, raumschiffartige Fortbewegungsmittel, Drachen – sogar eine Mumie kam darin vor und tatsächlich auch ein fliegender Hexenbesen, was meiner Meinung nach absolut gar nicht gepasst hat. Dann gab es auch noch insektenähnliche Lebewesen und natürlich auch den „Meister“, ein Wesen, das mich ein kleines bisschen an den Tod und auch an den Meister (Vampir) aus Buffy – Im Bann der Dämonen erinnert hat. Im Grunde bin ich ein großer Fan davon, Welten zu erschaffen und von ihnen zu lesen, in denen es mehr gibt als bloß eine bestimmte Rasse übernatürlicher Wesen – aber das hier war dann doch schon so viel, dass man teilweise richtig den Überblick verloren hat. Es gab kein richtiges Gesamtbild, einige Teile haben zwar zusammengepasst, andere dann aber wiederum nicht. Teilweise war es ein richtiges durcheinander und einfach nicht stimmig genug, als das ich die Geschichte so richtig hätte genießen und in ihr versinken können.

Demzufolge strotzte das Buch auch nur vor fantasievollen Namen und Begriffen, die teilweise leider nicht erklärt wurden – was das Lesen nicht nur erschwert, sondern auch ein wenig den Spaß daran genommen hat, da man teilweise einfach absolut keine Ahnung hatte, wovon der Autor gerade sprach. Eine Art Namen- und Begriffsverzeichnis sowie eine Landkarte wären hier sicherlich hilfreich gewesen. Denn so spannend, interessant und schön die Namen auch klangen, fiel es mir unglaublich schwer – aufgrund der Menge derselben – diese alle zu behalten und den richtigen Figuren zuzuordnen. Auch die Landschaften und Orte warten teilweise sehr verwirrend, was mit einer Landkarte definitiv abgeholfen werden könnte. Gerade weil die Geschichte auf einem fremden Planeten spielt, wäre eine Landkarte ohnehin sehr interessant gewesen. Ich persönlich bin ein Freund von Karten in Büchern. Aufgrund dessen blieb mir die Welt Magnus leider bis zum Schluss hin etwas fremd. Zwar konnte ich mir teilweise Dinge doch ganz gut vorstellen, aber überwiegend herrschte dann doch eher ein leichtes Durcheinander in meinem Kopf.

Was ebenfalls etwas zu Verwirrung beigetragen hat, waren die vielen Perspektivwechsel. Das Buch ist in Kapitel unterteilt und dann noch mal in Unterkapitel, zwar jeweils mit einer Unterüberschrift gekennzeichnet die die aktuelle Perspektive ausweist, doch da es ziemlich oft hin und her ging, hat man leicht den Überblick verloren, was recht schade war.

Ormog und Vatya sind zwei wirklich interessante, allerdings vielleicht noch nicht zu 100% ausgearbeitete Charaktere, deren Geschichte ich wirklich gerne verfolgt habe. Vatyas Geschichte hat mich um einiges mehr interessiert als die unseres Hauptprotagonisten Ormog muss ich zugeben. Und obgleich ich die beiden Hauptfiguren und ihre Gefährten während des Lesens wirklich lieb gewonnen habe, fehlte es mir irgendwie an Charakteren, mit denen ich mich mehr hätte identifizieren können. Bis zum Schluss konnte ich mir die Hauptpersonen leider nicht wirklich vorstellen. Ich hatte zwar ein verschwommenes Bild von Ihnen vor Augen, doch ohne Gesicht – mehr so eine Art Schatten; eine Silhouette.

Die Geschichte war teilweise zäh, teilweise aber auch wieder sehr spannend. Es gab Momente, da wollte ich unbedingt weiterlesen, aber auch Momente, in denen ich Schwierigkeiten hatte, mich zum Weiterlesen zu motivieren. Die Grundidee der Geschichte ist ziemlich interessant, an der Umsetzung allerdings hat es meiner Meinung nach doch etwas gehapert. Vielleicht hätte es mir besser gefallen, wenn sich der Autor für nur ein Genre entschieden hätte, mithin entweder die Fantasyelemente, oder eben die Sci-Fi-Elemente einfach weg gelassen hätte.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass gerade Jugendliche, hier vor allen Dingen Jungs, sehr viel Spaß an diesem Buch haben, da 12 jährige Jungs ja doch eher wenig Interesse an zu viel Gefühlsduselei haben. Die Geschichte ist sehr gradlinig, ohne tiefergehende Emotionen, dafür doch mit recht vielen „Kämpfen“ ausgestattet, was sicherlich dem männlichen Publikum sehr gut gefallen würde. Das Buch würde bei der etwas jüngeren Generation vielleicht mehr Anklang finden, als eventuell bei einer Leserschaft meines Alters.

Natürlich darf man aber auch nicht die Tatsache außer Acht lassen, dass der Autor eben nun mal erst 16 Jahre alt ist. In einem solch jungen Alter eine so vielseitige und umfangreiche Welt zu erschaffen, ist einfach nur bemerkenswert; überhaupt erst den Elan zu besitzen, ein Buch zu schreiben und so viel Mühe in das Kreieren von Welten, Kreaturen und Charakteren zu stecken, hat alle Anerkennung verdient. Hier ist auf jeden Fall sehr viel Potential vorhanden und ich bin mir sicher, dass uns Thomas Engel noch mit einigen schönen, fantasiereichen Geschichten erfreuen wird.

Auch wenn mir persönlich das Buch nicht so sonderlich zugesagt hat, bin ich mir sicher, dass die Geschichte gerade Kindern und Jugendlichen sicherlich gefallen wird oder eben auch solchen Lesern, die die Mischung mehrere Genres auf eine solche Art und Weise eben mögen.

Mit der Bewertung habe ich mich ehrlich gesagt etwas schwer getan. Für seine Leistung hätte Thomas Engel auf jeden Fall fünf Sterne und mehr verdient. Ich meine, viele träumen ihr Leben lang davon, ein Buch zu veröffentlichen und das mit gerade mal 16 Jahren zu schaffen und dann auch noch in einem solch umfangreichen Maße, ist schon echt eine starke Leistung. Auch wenn mir nicht alles gefallen hat, gab es auch Momente wo ich die Geschichte wirklich genossen habe, ganz abgesehen davon ist die Sprache wirklich beeindruckend. Es ist wirklich sehr viel Potential vorhanden und ich bin mir sicher, dass wir auch in Zukunft noch was von Thomas Engel hören werden.

 drei-komma-fünf

3 Gedanken zu “BOOK REVIEW: Ormog – Der letzte weiße Magier von Thomas Engel (GERMAN ONLY)

  1. Pingback: MONTHLY WRAP-UP: AUGUST 2016 | Chronicles of a blonde fangirl

  2. Ahoy Ivy,

    dieses ich hatte ich gerade bei vorablesen entdeckt und war mir nicht ganz sicher, ob es was für mich ist…

    Danke also für deine wundervolle und ausführliche Rezension (sehr gelungen übrigens! Und awwwh, die Fotos *-*). Da ich High Fantasy wegen der Fülle an Charakteren und der fehlenden Tiefe ebenjener nicht mag, wird dieses Buch wohl sicher nichts für mich sein, auch wenn du mich mit deiner Schwärmerei für den Schreibstil schon lockst ^^

    Liebe Grüße, Mary ❤
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/

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