BOOK REVIEW: Battle Island von Peter Freund

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Autor: Peter Freund
Titel: Battle Island
Verlag:  cbj
Erscheinungsdatum: 25. Juli 2016


Als Louisa die Castings für die brandneue TV-Show »Battle Island« erfolgreich besteht, glaubt sie sich ihrem Ziel ein Stück näher: Mit dem Preisgeld die Therapie ihrer Mutter bezahlen und sie so vor dem sicheren Tod retten. Millionen von Zuschauern werden ihre Suche nach einem Schatz verfolgen, der auf einer von der Außenwelt abgeschnittenen Insel im Atlantik versteckt ist. Doch auch die anderen Kandidaten wollen an das Geld – dazu ist ihnen jedes Mittel recht, und so wird aus der Unterhaltungsshow bitterer Ernst …

[Quelle: http://www.goodreads.com]


Ich habe mich für Battle Island von Peter Freund als Rezensionsexemplar entschieden, weil ich 1. das Cover unglaublich toll und ansprechend fand, 2. Lust auf ein bisschen Action hatte und 3. der Klappentext einfach unglaublich vielversprechend klang, trotz der Tatsache, dass die Inhaltsangabe des Buches doch sehr stark an Die Tribute von Panem erinnert.

Allerdings muss ich sagen, dass mich das Buch doch sehr enttäuscht hat. Ich weiß nicht, ob ich vielleicht zu hohe Erwartungen hatte, jedoch konnte mich Battle Island leider nicht überzeugen.

Die Geschichte beginnt total plötzlich. Man wird quasi in eine bereits laufende Geschichte hineingeworfen, wie als würde man einen Film irgendwo in der Mitte starten. Ich war anfangs komplett verwirrt, wusste weder wo ich dran war, noch was gerade passierte, geschweige denn, wer jetzt eigentlich wer war. Ich war einfach absolut überfordert. Die Zeitsprünge zwischen damals, bevor alles begann, und heute – der eigentlichen Zeitlinie – haben die ganze Sache nicht gerade viel einfacher gemacht. Erst nachdem ich die ersten paar Kapitel gelesen hatte, habe ich mich endlich etwas zurecht gefunden und konnte mit dem Ganzen auch einigermaßen etwas anfangen.

Mein größtes Problem hatte ich wahrscheinlich mit dem Schreibstil. Die Geschichte an sich ließ sich zwar flüssig und recht zügig lesen, wenn ich mich dann endlich mal dazu aufraffen konnte, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen, allerdings empfand ich insbesondere die wörtliche Rede als unglaublich unpassend. Das Buch spielt irgendwann in der Zukunft und hier sind Jugendliche die Hauptprotagonisten, ihren Aussagen und Sprüchen nach zu urteilen hatte ich manchmal allerdings das Gefühl, irgendwo in den 80er Jahren zu stecken und einem alten Ehepaar bei einer Unterhaltung zuzuhören. Nicht mal heute reden Jugendliche noch so, oder sehe ich das anders? Auf der anderen Seite allerdings war die Sprache dann auch ziemlich vulgär. Spitznamen oder in diesem Fall wohl eher Beleidigungen wie „Pussy“ und „Feuermuschi“ müssen meiner Meinung nach nun wirklich nicht sein, dann tut es das gute alte „Miststück“ auch.

Die ganze Grundidee dieser Story hinsichtlich der TV Show finde ich richtig richtig toll, allerdings hat es meiner Meinung sehr stark an der Umsetzung gehapert; zum Beispiel wäre die Geschichte meiner Meinung nach besser rüber gekommen, hätte man sie chronologisch erzählt und nicht so durcheinander, dass der Leser gedanklich ständig von einer Zeit, von einem Setting, zum nächsten hüpfen musste. Auch mit den Charakteren konnte ich mich leider gar nicht anfreunden und schon gar nicht identifizieren. Meiner Meinung nach waren sie allesamt ziemlich naiv und dumm und dazu dämlich, insbesondere auch Lous Mutter. Da fällt mir gerade diese eine Szene ein, ganz am Anfang das Gespräch zwischen ihr und dem Arzt. Welcher Arzt reagiert so? Und welcher Patient lässt sich einfach so abspeisen? Es tut mir wirklich Leid, aber manche Sachen in diesem Buch haben mich einfach so dermaßen aufgeregt, dass ich es am liebsten gleich abgebrochen hätte. Die Charaktere im Allgemeinen waren mir persönlich viel zu flach und blass, nicht im geringsten ausgearbeitet und einfach nur langweilig. Ich konnte mir nicht mal die Hälfte der Namen merken und ein Gesicht zu den Personen habe ich ebenfalls nicht vor Augen.

Die Story war teilweise recht spannend, teilweise aber auch wirklich langatmig. Leider konnte ich mich kaum aufraffen, das Buch weiterzulesen, was unglaublich schade war, denn wie gesagt die Grundidee ist einfach so klasse und interessant und vor allen Dingen spannend, dass ich so viel mehr erwartet habe von diesem Buch. Die Handlung war auch für mich recht vorhersehbar, sodass sie mich kaum überrascht hat.

Die Thematik die das Buch behandelt finde ich allerdings sehr wichtig, gerade in unserer heutigen Zeit und insbesondere auch, weil das Buch ja hauptsächlich Jugendliche anspricht/ansprechen soll. Manipulation im Fernsehen und in den sozialen Netzwerken ist ein sehr wichtiges und auch aktuelles Thema und öffnet hoffentlich Einigen die Augen, dass einfach nicht alles für bahre Münze genommen werden darf. Nicht mal das, was in den Nachrichten gesagt wird, entspricht immer der Wahrheit. Im Fernsehen geht es nur um Einschaltquoten, darum viel und schnell Geld zu machen und auch gerade in den sozialen Netzwerken sollte man aufpassen, dass man nicht alle möglichen Daten Preis gibt. Dieses Buch enthält eine sehr wichtige Message wie ich finde, schade nur, dass sie in dem ganzen Drum herum etwas untergegangen ist.

Wie ihr seht, konnte mich das Buch leider nicht überzeugen. Es hatte ein paar spannende Momente, doch leider hat die Langeweile überwogen und gerade die Tatsache, dass ich absolut nichts mit den Charakteren anfangen konnte, hat mir das Lesen nicht gerade erleichtert. Allerdings bedeutet das natürlich nicht, dass das Buch nicht gut ist. Ich habe schon viel Gutes darüber gehört, allerdings auch ebenso viel Schlechtes. Es ist reine Geschmackssache, für mich allerdings nur ein Versuch, irgendwie an den Erfolg der Hungerspiele anzuknöpfen, was absolut nicht gelungen ist. Ich hoffe allerdings, dass euch das euch das Buch viel besser gefallen wird, als mir.

An dieser Stelle aber noch einmal vielen vielen Dank an das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares, auch wenn es mir leider nicht so gut gefallen hat, wie erhofft.

zwei

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