BOOK REVIEW: Plötzlich Banshee von Nina MacKay (German only)

4

Autor: Nina MacKay
Titel: Plötzlich Banshee
Verlag: ivi | Piper Verlag
Erscheinungsdatum: 1. September 2016


Alana ist eine Banshee, eine Todesfee der irischen Mythologie. Sie sieht über dem Kopf jedes Menschen eine rückwärts laufende Uhr, die in roten Ziffern die noch verbleibenden Monate, Tage, Stunden und Minuten seiner Lebenszeit anzeigt. Da Banshees in dem Ruf stehen, Unglück zu bringen, bleibt sie lieber für sich. Allerdings gestaltet sich das gar nicht so einfach, denn Alana kreischt automatisch in bester Banshee-Manier wie eine Sirene los, wenn ihr ein Mensch begegnet, der in den nächsten Tagen sterben wird. Doch dann tauchen in Santa Fe mehrere Leichen auf, die Alana ins Visier des attraktiven Detectives Dylan Shane geraten lassen. Kann sie das Geheimnis der dunklen Sekte lüften, die scheinbar magische Wesen sammelt? Und werden sowohl Detective Shane als auch ihr bester Freund Clay den Kontakt mit Alana überleben?

ACHTUNG SPOILER

GermanVerfluchte Nilpferdkacke. Habe ich erst gestern oder vorgestern noch darüber gemeckert, dass ich in letzter Zeit nur Bücher gelesen habe, dir mir absolut nicht gefallen haben, so habe ich in Plötzlich Banshee von der lieben Nina MacKay nun doch tatsächlich ein neues Highlight entdeckt. In diesem Sinne daher noch einmal ein ganz großes Dankeschön an Nina MacKay und den Piper Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. Ich habe jede einzelne Seite genossen, förmlich verschlungen und bin sehr dankbar dafür, durch Instagram auf dieses Buch aufmerksam geworden zu sein.

Bevor ich nun meine Gedanken zum Inhalt des Buches preisgebe, möchte ich vorab noch einmal erwähnen, wie wunderschön und gelungen ich dieses Cover finde. Ich muss zugeben, ich bin ein Fan dieser mexikanischen Zuckerschädel (war sogar mal als einer an Halloween verkleidet ;-)) und dieses Cover erinnert mich unheimlich daran. Ich liebe es einfach, würde es mir sogar ausgedruckt einrahmen und an die Wand hängen. Wie ihr seht – ich bin ein Fan des Covers.

Nun aber zum Eigentlichen – zum Inhalt des Buches. Nina MacKays Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, sarkastisch, humorvoll, amüsant – ich habe es geliebt; habe mich teilweise richtig scheckig gelacht. Immer einen lockeren Spruch auf Lager, ein angenehmes Tempo, tolle Um- und Beschreibungen, super Dialoge – am Schreibstil habe ich absolut nichts auszusetzen oder auch nur im Entferntesten zu meckern. Gleich von Anfang an hat die Autorin es geschafft, mich mit ihrem Schreibstil in den Bann zu ziehen. Obwohl die Geschichte ziemlich rasant beginnt und ich eigentlich kein sonderlich großer Fan davon bin, wenn man regelrecht in die Geschichte „hinein geworfen“ wird und absolut keinen Schimmer hat, wo gerade vorne und wo hinten ist, hat es mir bei Plötzlich Banshee komischerweise nichts ausgemacht. Vielleicht lag es tatsächlich an dem Stil, vielleicht an Alanas Sarkasmus, vielleicht aber auch daran, dass es nach dem ersten Kapitel ruhiger wurde und man Gelegenheit hatte, sich richtig in der Geschichte einzufinden und die Charaktere kennen zu lernen.

Die Geschichte ist sehr spannungsgeladen und abwechslungsreich und strotzt nur so von Humor. Was hier auch sehr im Vordergrund steht sind die Beziehungen zwischen den Charakteren, was mir sehr gut gefallen hat. Es wirkte in keinster Weise oberflächlich. Die Charaktere waren richtig gut ausgearbeitet, wundervoll beschrieben und jeder auf seine eigene Art und Weise interessant und speziell. Besonders angetan hat es mir natürlich Alana – Alana, die ich mit jeder Seite ein bisschen mehr gefeiert habe. Ja, ich liebe ihr Tollpatschigkeit – vielleicht, weil sie mich ziemlich stark an mich selbst erinnert hat. Ja sie ist ein bisschen naiv, aber gerade das macht sie so sympatisch und liebenswert. Sie ist ehrgeizig, ehrlich – was ich persönlich sehr schätze – und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, weiß sich zu wehren und gehört definitiv nicht zu der Gruppierung weinerliches Mädchen, die sich die Augen ausheulen wenn mal etwas nicht nach ihrem Kopf geht. Sie hat ein vorlautes Mundwerk und ist schlagfertig. Alana ist großartig und hat mich mehr als einmal zum Lachen gebracht.

Auch in die anderen Charaktere habe ich mich verliebt – Dylan zum Beispiel. Ja natürlich ist er gutaussehend und verfügt auch über ein paar anständige Muskeln aber 1. ist er 26 Jahre alt und Polizist, was bedeutet, dass diese lediglich ein oder zwei Mal erwähnten Muskeln auch sicherlich plausibel sind (ganz abgesehen davon, verfügt er auch nur über den Ansatz ausgeprägter Bauchmuskeln und nicht über ein stählernes Sixpack, das für gewöhnlich jeder 16-Jährige in so ziemlich jedem Jugendbuch besitzt ha!) und 2. hat seine ganze Art einfach gepasst. Auch er wirkt vielleicht hier und da mal etwas naiv, unbeholfen, aber das hat ihn sehr sympatisch gemacht. Ein winziger Aspekt, der mich etwas gestört hat was Dylan betrifft ist die Tatsache, dass er zum Ende hin sich dann schon irgendwie in einen kleinen Welpen verwandelt, verglichen mit dem doch eher „harten Cop“ den er vorher war. Er hat Alana nie schlecht behandelt, sie beleidigt oder sonst was, er hat von Anfang an offen Interesse an ihr gezeigt, man hat gemerkt, dass er sie mochte doch zum Ende hin wurde er irgendwie ein bisschen – anhänglich und das ging mir einfach zu plötzlich. Ich glaube nicht, dass drei Küsse so viel bei einem Mann innerhalb so kürzester Zeit bewirken können – oder vielleicht doch?

Auch Clay habe ich regelrecht geliebt. Clay ist definitiv einer meiner Lieblingscharaktere in diesem Buch. Er wirkt immer so – hilflos irgendwie, man möchte ihn einfach die ganze Zeit in den Arm nehmen und knuddeln, mit ihm ein Bier trinken gehen, einen Film anschauen – er ist einfach der perfekte beste Freund. Ich kann Alana sehr gut verstehen, wieso sie so sehr an ihm hängt. Daher hat mir das Ende auch richtig das Herz gebrochen. Ich habe gehofft und gebetet, dass es nicht so kommt, wie es dann letztendlich doch gekommen ist – aber leider wurden meine Gebete nicht erhört und meine Hoffnungen haben einen deftigen Dämpfer bekommen. Auch die Art und Weise wie Alana am Ende von ihm spricht; erwähnt, wie er ihr in ihren Träumen begegnet, hat mich heulen lassen wie ein Schlosshund.

Auch zu den anderen Charakteren konnte ich gleich eine Beziehung aufbauen und habe jeden einzelnen von ihnen genossen.

Plötzlich Banshee, eine Mischung aus Kriminalroman und Fantasygeschichte würde ich fast behaupten, steckt voller Überraschungen, Spannung, Humor und Romantik. Ja, auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Ich bin ein Fan von magischen Wesen, insbesondere auch von Feen und Elfen und spätestens seit „Kampf der Kobolde“ hatte ich irgendwie schon immer eine Schwäche für diese kleinen Wesen und Banshee’s natürlich auch. Ich empfand es daher als sehr erfrischend mal nicht über die typischen Elfen und Feen zu lesen, sondern mal von etwas Neuem, Feuerelfen, Waldelfen, Wasserelfen – zugegeben, am Anfang war es vielleicht etwas schwierig, alles auseinander zu halten und auch die Bezeichnungen der Elfen waren manchmal etwas verwirrend, aber es hat mir unglaublich gut gefallen, dass es so viele verschiedene Arten gab, interessante und neue magische Wesen, mit denen zumindest ich während des Lesens eine absolute Freude hatte.

Die Fantasyelemente gepaart mit den Ermittlungen um mysteriöse Mordfälle und dann auch noch oops – der Weltuntergang? – haben eine wirklich unterhaltsame, spannende und interessante Geschichte ergeben, die mich am Ende sogar überraschen konnte und mich einige Tränchen gekostet hat. Hat mich so ein bisschen an Buffy erinnert, was absolut positiv und in keiner Weise negativ gemeint ist. Ich habe dieses Buch sehr genossen, fand es sogar so gut, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte und mich sogar etwas davor gedrückt hatte, die letzten Seiten zu lesen, weil ich nicht wollte, dass es schon so schnell zu Ende geht.

Mir hat das Buch sehr gefallen und ich würde es wirklich jedem empfehlen der Lust hat auf eine spannungsreiche, fantasievolle und mit sehr viel Humor gezeichnete Geschichte. Für mich ein absolut lesenswertes Buch.

vier-komma-fuenf

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