Diversity

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GermanIch hatte eine wirklich tolle Zeit auf der Frankfurter Buchmesse letzten Samstag und habe auf jeden Fall auch ein paar Bücher dort entdeckt, die ich in naher Zukunft kaufen und lesen möchte – nicht nur wegen der schönen Cover, sondern auch wegen der Inhaltsangaben, die teilweise sehr interessant klangen – anders als die meisten Jugendbücher dort draußen, was mich wieder zu einem Thema zurück bringt, das gerade in den letzten Wochen und Monaten sehr stark auf den sozialen Netzwerken diskutiert wurde: DIVERSITÄT.

Ich wünschte wirklich es gäbe mehr Diversität in Büchern, ganz besonders in Jugendbüchern. Die Frage die sich mir mithin stellt ist „Wie bekommen wir mehr Diversität in Büchern?“ oder „Wie finden wir eben solche Bücher in dem Meer der Jugendbücher da draußen, die eben nicht so bekannt sind, wie all die anderen Bücher?“

Ich weiß, es sind die Autoren, die die Bücher schreiben, aber liegt es nicht eigentlich in unserer Hand, welche Bücher bekannt und berühmt werden? Wir sind immerhin diejenigen, die die Bücher kaufen, wir sind diejenigen, die die Bücher weiterempfehlen an Freunde und Familienmitglieder, wir sind diejenigen, die von den Büchern schwärmen, über sie berichten, sie in die Kamera auf booktube halten oder hübsche Fotos machen um sie anschließend online auf Instagram oder Twitter oder auf unseren Blogs vorzustellen – immer und immer wieder. Eigentlich sind wir es doch, die den Autoren dazu verhelfen, bekannt zu werden – wir entscheiden quasi darüber, welches Buch auf die Bestsellerlisten kommt und welches nicht. Also obwohl wir scheinbar alle nach mehr Diversität verlangen und obwohl dies gerade in Jugendbüchern so unglaublich wichtig ist, lesen wir trotz allem immer nur dieselbe Art von Büchern. Wieso? Und wieso schreiben Autoren immer und immer wieder dasselbe? Genau, weil wir eben immer nur dieselbe Art von Büchern lesen und wenn wir also immer dieselben Bücher lesen und weiterhin fleißig unser Geld dafür ausgeben ist es doch logisch, dass nichts anderes geschrieben oder publiziert wird, oder nicht? So traurig es auch ist, heutzutage geht es eigentlich überall nur noch ums Geld. Je mehr Geld die Verlage und Autoren also mit ihren Büchern machen können, desto besser. Es ist also fast logisch, dass niemand auf die Idee kommt, sich mal etwas anderes zu trauen; etwas ganz Neues, wieso auch, wenn sie mit dem, was sie bisher gemacht haben, weiterhin ein schönes Sümmchen Geld verdienen? Würden wir doch alle so tun oder?

Ich denke also, wenn wir mehr Diversität in Büchern möchten, sollten wir vielleicht damit anfangen, etwas an uns zu ändern und zwar in unserem eigenen Leseverhalten.

Neben Geld gibt es natürlich auch noch einen zweiten Grund, der eine große Rolle spielt. Wollt ihr mal raten? Richtig, die meisten Autoren von Jugendbüchern sind weiß und heterosexuell, meistens auch Frauen, die – natürlich – über weiße heterosexuelle Charaktere schreiben, meistens über eine weibliche Hauptfigur die sich dann im Laufe der Story in einen weißen heterosexuellen Typ verliebt. Eigentlich ja gar keine so schlimme Sache, ich meine wir alle schreiben doch eher über die Dinge, die wir kennen, die wir gewohnt sind, von denen wir Ahnung haben – aber wird es nicht irgendwann langweilig, immer über dasselbe zu schreiben? Ist es nicht genauso, als würden wir von nun an jeden Tag für den Rest unseres Lebens dasselbe Mittag- oder Abendessen vorgesetzt bekommen? Das würde uns auch ziemlich schnell zum Hals raus hängen oder?

Wieso also werden (fast) immer nur Bücher über weiße heterosexuelle Charaktere geschrieben? Na klar, ich bin weiß und heterosexuell und ich bin weiblich, mithin gibt’s gerade in den Jugendbüchern unglaublich viele Charaktere, mit denen ich mich identifizieren kann. Es ist so einfach für mich, eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen, weil wir eben ganz oft so viel gemeinsam haben, angefangen bei der Hautfarbe. Aber wie sieht es mit meinen Freunden aus? Wie sieht es zum Beispiel aus mit meinem afro-amerikanischen Freund, der sich noch heute jedes Mal freut, wenn es einen Schwarzen im Fernsehen gibt oder in einem Buch, das er gerade liest. Freu ich mich etwa, wenn ich eine weiße Person im Fernsehen sehe oder über eine weiße Person in einem Buch lese? Ähm … nein, weil weiße Menschen einfach ÜBERALL sind.

Wie ein paar von euch vielleicht mittlerweile wissen, habe ich über ein Jahr in New Jersey und New York gelebt und gearbeitet und während meiner Zeit dort habe ich so viele Menschen kennengelernt und neue Freunde gefunden – Freunde von überall auf der Welt. Was ist also mit denen? Was ist mit meinen asiatischen Freunden? Meinen lateinamerikanischen Freunden? Was ist mit meinen schwulen und lesbischen Freunden? Zwei meiner engsten Freunde dort und zwei der tollsten Menschen, die ich je kennengelernt habe, sind zum Beispiel Transvestiten. Was ist mit ihnen? Oder was ist mit den Menschen, die eine Behinderung haben oder unter einer Krankheit leiden oder unter Depressionen? Es ist so schwierig für sie, sich mit Buchcharakteren zu identifizieren, weil es kaum Bücher mit/von/über sie gibt. Und wenn man mal genau überlegt, ist das eigentlich ziemlich traurig, weil unsere Welt heutzutage nicht mehr so ist. Unsere Welt besteht nicht nur aus weißen heterosexuellen Menschen. Unsere Welt ist wie der Herbst – bunt gemischt. Und das ist auch gut so.

Immer wenn ich selbst etwas schreibe, kreiere ich meine Charaktere basierend auf meinen Freunden, basierend auf all den Menschen, die ich irgendwann einmal kennengelernt habe. Deshalb gibt es meistens immer mindestens eine schwarze Person in meinen Geschichten, eine schwule oder lesbische Person, eine asiatische Person, eine Person mit einer Krankheit/Behinderung oder eine Person, die unter Depressionen leidet. Ich versuche immer Charaktere mit einzubauen, egal welcher Rasse oder Religion sie angehören, oder welcher sexuellen Orientierung. Erinnert ihr euch noch an die beiden Transvestiten, die ich vorhin erwähnt habe? Das sind zwei der großartigsten und tollsten und nettesten und lustigsten und liebevollsten Menschen die ich bisher in meinem ganzen Leben kennen gelernt habe – ist doch vollkommen egal, ob sie Kleider tragen und Kopfschmuck, aufwendige Kostüme etc. Die Art wie sie sich kleiden oder wen sie lieben ändert doch rein gar nichts an ihrem Charakter. Wieso machen die Leute immer so eine große Sache daraus? Wieso schauen die meisten Leute mich und meinen Freund immer noch so an als kämen wir vom Mars? Was? Nur weil er schwarz ist und ich weiß? Heißt das, nur weil ich weiß bin, darf ich auch nur mit einem weißen Mann zusammen sein und umgekehrt für ihn genau dasselbe? Weil es was – normal ist? Es ist doch vollkommen egal! Homosexuell zu sein ist ebenso normal oder nicht normal wie heterosexuell zu sein. Es spielt absolut keine Rolle, welche Hautfarbe man hat, es ist vollkommen gleich, an was man glaubt, wo man her kommt oder wie man lebt. Wir sind alle Menschen, wir sind alle gleich. Es gibt keinen Unterschied. Wir sind alle gut und böse.

Wieso denn nicht einfach mal ein Buch schreiben, in dem es so ist, wie im echten Leben?

Wisst ihr, ich liebe Liebesromane, tief in mir drin schlummert eine absolute Romantikern aber meistens fällt es mir einfach so schwer, mich mit den Pärchen im Buch zu identifizieren, weil sie meist alle weiß sind und nicht, wie mein Freund und ich z. B. schwarz und weiß. Ein paar Leute haben mir schon ein paar Bücher mit gemischtrassischen Pärchen empfohlen, die ich mir auch definitiv näher anschauen werde, aber solltet ihr sonst noch Buchvorschläge haben, insbesondere mit einem schwarz weißen Pärchen, lasst sie mich wissen.

Also, was denkt ihr darüber? Denkt ihr auch, wir brauchen mehr Diversität in Büchern? Ich bin super gespannt darauf, eure Meinungen zu hören und freue mich schon riesig auf eure Kommentare. Ihr könnt mir auch immer gerne eine E-Mail schreiben, wenn ihr das möchtet.

 

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USAI had a great day at the German bookfair in Frankfurt last Saturday and I for sure discovered quite a few books that I’m definitely planning to read sometime in the future, not only because I liked the cover a lot, but also the synopsis sounded great – different from most of the YA books out there. Which brings me back to a topic that has been greatly discussed the past couple of weeks and months: DIVERSITY!

I really wish there was more diversity in books, especially in YA books. So the question is: “how do we get more diversity in books?” or “how do we find diverse books that are already out there only not as popular as all the other YA books?”

I know it’s the authors who write the books but isn’t it actually under our (us reader) control which books become popular and which don’t? We are the ones who buy the books, we are the ones who recommend the books to friends, family, we are the ones who rave about them on the internet, who show them on camera on booktube, who take beautiful pictures of them – again and again and again. Basically it’s us who make authors and their books popular, who make them a No 1 bestseller. So even though pretty much all of us always ask for more diversity and even though we all think diversity especially in YA books is very important why do we keep reading the same books? And why do authors keep writing the same books? Because we keep reading them and if we keep reading them, keep spending our money on the same books why write something different? As sad as it is, today everything is about money and the more money the publishers and authors make with their books the better. So of course they’re not going to change anything if we keep buying the same books because why would they?

So I guess if we want more diversity in books it’s US who have to make a change – by reading different stories/books for once.

Besides the money there’s probably another reason why there are mostly YA books out there telling the story of white straight people. Want to take a guess? Yes right, because most of the authors are white and straight, writing about a white straight female lead falling in love with a white straight guy. I mean this isn’t a bad thing, we all write about things we know right? Things we are familiar with, things we are used to but doesn’t it get boring to always write about the same things? It’s like we would eat the same meal for lunch or dinner every single day for the rest of our lives. Pretty boring right?

So why only write books about white straight people? Yes I’m white and I’m straight and I’m a girl so of course there are a lot of fictional characters in books I can relate with. It’s so easy for me to relate to the characters but how about my friends? How about – for example – my black boyfriend who still gets excited whenever he reads a book or watches a movie with a black person in it? Do I get excited when I see a white person on TV or read about a white character in a book? Well, obviously not because white people are EVERYWHERE.

As some of you probably know buy now I’ve lived in New Jersey and New York for more than a year and I met so many people; made so many amazing friends – friends from all over the world. So how about them? How about my Asian friends? My Latin American friends? Or how about my gay/lesbian friends? Two of my closest friends in New York and two of the most awesome people I’ve ever met for example are transgender. How about them? How about people with a disability or struggling with (mental) illness/depressions? It’s so hard for them to relate to a character in a book because there are rarely books out there with main characters that aren’t white and straight. And this is really really sad. Because our world doesn’t only consist of white and straight people.

Whenever I write something I make sure to create the characters in my stories based on the people I know so there’s always at least one black person in it, a gay person, an Asian person, a person with a disability/illness – I always try to write about characters of any race, sexuality and religion because that is how it is in real life. How boring would it be to live in a world with only whites? I wouldn’t want to live in a world with only white and straight people in it because want to know what? My transgender friends I mentioned before? They are the sweetest and nicest and funniest and coolest and most awesome people I’ve ever met in my whole life so who even cares that they wear dresses and jewellery and costumes and stuff. Even though we live in the 21 century our world is still so full of hatred and prejudice – WHY? Why do people think it’s such a big deal to be gay? Or transgender? Why do people always look at me and my boyfriend like we’re from Mars? Only because he is black and I’m white? Does it mean only because I’m white that I’m only allowed to date a white guy? Hell no! Being gay is just as normal or abnormal as being straight. It doesn’t matter what skin color you have, in what you believe and it for sure doesn’t matter where you come from or how you choose to live. We are all human, we are all the same. There’s no difference. We are all good and bad.

So why not write a book about how it is in real life for once?

You know, I love romance novels; I really do; I’m a very romantic person but sometimes it’s so hard for me to relate to the couples in the books because most of the time they are white couples. I’d love to read a book about a black & white couple for once. Some people already recommended some books to me which I will definitely check out soon but if you know of any books with interracial couples, preferably a black & white couple please let me know.

So what do you think? Do you think we need more diverse books? I’d love to hear your thoughts on this so let me know in the comments. You can also always write me an email if you like. Whatever you prefer! Can’t wait to read all your comments.

 

2 thoughts

  1. Dein Post ist einfach toll! Ich hab schon öfters drüber nachgedacht, aber noch nie so richtig und du hast mich dazu animiert. Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, wann ich ein Buch mit einem schwarz weißen Pärchen gelesen habe. Homosexuelle Personen kommen öfter mal vor und auch hin und wieder ein dunkelhäutiger/asiatischer Kumpel, aber eine Hauptperson? Kann ich mich nicht erinner, außer in To all the boys I’ve loved before. Ich werd mich jetzt mal aktiv auf die Suche machen. Toller Post!

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  2. Wow, toller Post!♥ Ich hatte bei Lesen dieses Beitrags wirklich Tränen in den Augen. Zurzeit denke ich immer öfter über Diskriminierung etc. nach und mir ist das, was du gesagt hast, auch schon aufgefallen. Diese grundsätzliche Festgelegtheit findet sich nicht nur in Büchern, sondern auch in Filmen und ähnlichem. Mir ist sofort eingefallen, dass J.K.Rowling mal gesagt hat, dass sie Dean und Seamus zusammenbringen wollte, es aber gelassen hat, weil das zu sehr abgelenkt hätte. Gäbe es mehr bekannte Bücher mit homosexuellen Pärchen, wären die beiden eventuell zusammengekommen. Ich werde demnächst auch mal nach Büchern mit „Nicht-Norm-Protagonisten“ Ausschau halten.

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