BOOK REVIEW: Krebsmeisterschaft für Anfänger von Edward Van De Vendel & Roy Looman (German only)

Autor: Edward van de Vendel & Ray Looman
Titel: Krebsmeisterschaft für Anfänger
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2016


Max ist fünfzehn und mit seinen besten Freunden übers Wochenende auf einem Fußballcamp, als ihm ein komischer Knubbel am Schlüsselbein auffällt. Wird schon nichts sein, sagt er sich, schließlich interessiert er sich für Mädchen, erste Küsse und Fußball. Aber er hat doch ein mulmiges Gefühl. Und das trügt ihn nicht. Bei ihm wird Lymphknotenkrebs diagnostiziert und das bedeutet Chemo, Krankenhaus, Übelkeit bis zum Abwinken. Was für ein mieses, unfaires Spiel! Aber Max gibt nicht auf und er gewinnt den Kampf gegen den Krebs. Doch damit ist es noch längst nicht zu Ende.

[source: http://www.goodreads.com]


GermanAuf „Krebsmeisterschaft für Anfänger“ wäre ich ohne die liebe Lea von Liberiarium wohl nie gestoßen. Nachdem ich auf der Frankfurter Buchmesse Edward van de Vendel kurz die Hand schütteln durfte und Lea kaum mehr aufgehört hat, von dem Buch zu schwärmen ist es noch am selben Abend in meinen Warenkorb gewandert und nun hatte ich endlich die Gelegenheit, es zu lesen.

Edward van de Vendel erzählt die Geschichte des Jungen Max, bei dem mit gerade einmal 15 Jahren Lymphknotenkrebs diagnostiziert wird. Während diese grauenvolle Nachricht manch anderen den Lebensmut genommen hätte, ist Max noch nicht dazu bereit, sein Leben aufzugeben – zumindest nicht kampflos. Also krempelt er die Ärmel hoch, ballt die Hände zu Fäusten und macht sich kampfbereit; macht sich bereit für das Duell seines Lebens. Er gegen den Krebs, ein Kampf, den nur einer von beiden gewinnen kann. Aus seiner Krankheit, den vielen Krankenhausbesuchen und der kräftezehrenden Chemotherapie macht er kurzerhand seine ganz persönliche Krebsmeisterschaft. Max sagt von sich selbst, dass er ein schlechter Verlierer ist – kein Wunder also, dass er alles daran tut, diese Meisterschaft zu gewinnen.

Geschrieben von Edward van de Vendel erzählt „Krebsmeisterschaft für Anfänger“ eigentlich die Geschichte von Roy Looman. Roy ist Max und Max ist Roy. Keine der Szenen in diesem Buch ist fiktiv; nichts ist ausgedacht – dieses Buch ist eine wahre Geschichte, die Geschichte von Roy, der gemeinsam mit Edward van de Vendel an diesem Werk gearbeitet und seinen harten Kampf gegen diese Krankheit aufs Papier gebracht hat.

Geschrieben ist das Buch ähnlich wie ein Tagebuch, ein reiner Fließtext. Es fühlt sich also tatsächlich so an, als bekäme man die Geschichte gerade live erzählt von niemand Geringerem als Max/Roy höchstpersönlich. Die Geschichte ist mithin aus Max‘ Sicht geschrieben, als hätte er sich einfach alles von der Seele geschrieben; als hätte er einfach drauf los geschrieben und erst wieder aufgehört, als seine Krebsmeisterschaft vorüber war.

Der Erzählstil und somit auch die Sprache sind sehr jugendlich. Max war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 15 Jahre alt und da das Buch aus seiner Sicht geschrieben ist und sich tatsächlich wie eine Art Tagebuch liest, empfand ich dies als sehr passend. Jeder von uns hat bestimmt schon mal einen Tagebucheintrag verfasst und jeder weiß, dass man dabei nicht immer auf die Sprache achtet. Diese Tatsache hat dem Ganzen noch ein wenig mehr Echtheit verlieren. Das Buch war authentisch und so emotional, dass ich bei bestimmten Situationen vereinzelte Tränen nicht unterdrücken konnte. Um es mit Max‘ Worten – zumindest sinngemäß – auszudrücken: dieses Buch hat mich berührt, sehr sogar, denn ich hatte Tränen in den Augen, daher muss es so gewesen sein.

Max‘ Geschichte trifft einfach mitten ins Herz. Dadurch, dass die Geschichte ein reiner Fließtext ist, sprich, ohne Kapitel, wusste man irgendwie nie so richtig, wann man aufhören sollte zu lesen – was letztendlich dazu geführt hat, dass ich das Buch auf einer dreistündigen Zugfahrt – bis auf die ersten 50 Seiten – in einem Rutsch durchgelesen habe. Die Seiten flogen nur so dahin, eine nach der anderen und selbst wenn ich es gewollt hätte, ich konnte es einfach nicht aus den Händen legen.

Jetzt fragen sich sicher einige von euch: Ist das Buch denn wirklich so traurig? Viele mögen diese Thematik vielleicht nicht, können oder möchten sich nicht damit befassen weil sie solche Sachen nur schwer verarbeiten können oder sie womöglich sogar an etwas erinnert, was sie vergessen möchten. Eine Freundin von mir zum Beispiel kann solche Bücher einfach nicht lesen, weil sie ihren Vater selbst an diese schreckliche Krankheit verloren hat. Aber dennoch kann ich euch versprechen, dieses Buch ist nicht einfach nur traurig. Es macht einen nicht manisch depressiv und verleiht einem auch nicht dieses beklemmende Gefühl das man bekommt, wenn man über den Tod spricht oder darüber nachdenkt. Ja, es geht um eine schreckliche Krankheit und eventuell auch um den Tod, aber das hier ist kein John Green Buch – kein Buch, bei dem man bei jeder neuen Seite in ein unermessliches Schluchzen verfällt. Dieses Buch ist auch lustig, sehr lustig sogar – dank Max‘ grandiosem Humor und seiner Erzählweise. Auch seine großartigen Freunde haben es immer wieder geschafft, mir ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

Also ja, das Buch ist traurig, doch es ist ebenso lustig und sprudelt nur so vor Lebensenergie und -freude. Insbesondere die Darstellung der Behandlungen, des Krankheitsverlaufs und auch der Panikattacken und Angstzustände waren so echt und real, dass es mir regelrecht Gänsehaut verursachte.

Alles an dieser Geschichte – auch die Charaktere – wirkt so echt, weil es eben alles echt ist. Es ist ein sehr emotionales, aber auch wundervolles Lesevergnügen, das ich wirklich jedem nur ans Herz legen möchte, sofern er sich auf eine solche Thematik einlassen kann/möchte. Dieses Buch lässt einem klar werden, dass man einfach nie den Mut verlieren; nie aufgeben darf, ganz gleich welche Steine einem in den Weg gelegt werden. Max hat es bewiesen, es lohnt sich einfach immer zu kämpfen. Und jetzt freue ich mich auch schon auf die anderen Bücher des Autors – von denen ich bereits zwei Stück bestellt habe, die nur darauf warten, endlich gelesen zu werden! Dieses Buch ist eine absolute Herzensempfehlung.

fünf

 

6 Gedanken zu “BOOK REVIEW: Krebsmeisterschaft für Anfänger von Edward Van De Vendel & Roy Looman (German only)

  1. Hach das klingt wirklich vielversprechend liebes. Ich musste sofort an „Alles, was ich sehe“ denken obwohl es nicht das selbe Thema behandelt, klingt es doch ähnlich und könnte mir gefallen. Direkt mal notiert. Danke für die tolle Rezi und den Tipp süße ♥

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  2. Hört sich großartig an. Mir gefallen die traurigen Thematiken, wenn es dann noch lustige Stellen gibt und es darum geht nicht aufzugeben scheint es das perfekte Buch für mich zu sein. Landet dank dir direkt auf der Wunschliste 🙂

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    • Das freut mich sehr 🙂 ich mag solche Bücher auch. Es ist eben das echte Leben – denn ob wir es nun wollen oder nicht, diese Krankheiten gibt es, diese Krankheiten haben schon sehr viel zerstört, Menschen/Familien aber auch näher gebracht. Obwohl ich mir jedes Mal die Augen ausheule, finde ich solche Geschichte sehr sehr wichtig und lese sie auch hin und wieder gerne 🙂 Dieses Buch hier ist wirklich nur zu empfehlen!

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      • Hast du das Buch Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt von Albert Espinosa auch bekannt als das Buch zu der Serie „Club der roten Bänder“? Der Autor hat den Krebs überstanden und teilt in seinem Buch Dinge mit die er selbst, als sehr hilfreich für sein leben findet und er während seiner Krankheit enttdeckt hat. Man kann auch einiges für sein eigenes Leben übernehemen und es ist einfach toll.

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