BOOK REVIEW: Emma, der Faun und das vergessene Buch von Mechthild Gläser

Es war nicht nur das Cover, das mich gleich angesprochen hat, sondern auch die Inhaltsangabe. Ein uraltes Buch, geheimnisvolle Wesen und ein bisschen Magie – was will man mehr? Als ich das Buch dann als Rezensionsexemplar von dem Loewe Verlag erhalten habe, habe ich mich natürlich doppelt gefreut. Vielen Dank an dieser Stelle also an den Loewe Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. Wenn ihr wissen möchtet, wie mir diese Jane Austen inspirierte Geschichte voller Magie und Mysterien gefallen hat, solltet ihr euch meine Rezension auf keinen Fall entgehen lassen.

Autor: Mechthild Gläser
Titel: Emma, der Faun und das vergessene Buch
Verlag: Loewe
Erscheinungsdatum: 13. Februar 2017


Als Emma beim Aufräumen in der Bibliothek ihres Internats ein altes Notizbuch findet, denkt sie zunächst, es wäre eine Art Chronik der Schule. Aber es ist genau umgekehrt: Alles, was man in dieses Buch hineinschreibt, wird tatsächlich wahr. Natürlich beginnt Emma sofort damit, den Schulalltag auf Schloss Stolzenburg ein wenig zu „korrigieren“. Doch nichts geschieht so, wie sie es sich gedacht hat. Zumal auch schon früher Chronisten das Buch genutzt haben. Zum Beispiel eine junge Engländerin, die Ende des 18. Jahrhunderts ein Märchen über einen Faun verfasst hat und später eine erfolgreiche Schriftstellerin wurde. Oder Gina, die vor vier Jahren plötzlich verschwand, nachdem sie ihre Geheimnisse der Chronik anvertraut hatte. Als sich jetzt auch noch Ginas Bruder Darcy einmischt, ist das Chaos perfekt. Denn Emma und Darcy sind einander in herzlicher Abneigung zugetan – zumindest glauben das die beiden.

[Quelle: http://www.goodreads.com]

Emma ist die Tochter des Direktors des Internats Schloss Stolzenburg. Sie liebt diese Schule, zu der auch die angrenzenden Ländereien und die Ruine eines alten Klosters gehören, und glaubt, sie so gut zu kennen wie ihre eigene Westentasche. Doch als sie in der unaufgeräumten Bibliothek schließlich ein geheimnisvolles Buch findet, glaubt sie zunächst, sie hätte eine uralte Chronik der Schule gefunden. Doch es dauert nicht lange bis sie schließlich herausfindet, dass es gar keine Chronik, sondern ein uraltes Tagebuch ist. Alles was man in dieses Buch hinein schreibt, wird tatsächlich wahr. Zuerst macht sich Emma das Buch natürlich zu nutzen, verändert hier was, korrigiert da was, doch schnell findet sie heraus, dass dieses Buch alles andere als ungefährlich ist. So lernt sie nicht nur mehr über das Buch und ihre Schule, sondern auch über die Vergangenheit, die Menschen die einst hier gelebt haben und über ein geheimnisvolles Fabelwesen, dass angeblich noch immer in den Geheimgängen der Schule lebt und auf die wahre Liebe wartet.

Das Setting ist einfach wundervoll. Ein altes Schloss, Geheimgänge, knisternde Kamine, knarzende Türen, geheimnisvolle Bücher, Fußspuren im Staub … Das Schloss mit dem ungenutzten Westflügel hat mich von Beginn an an Die Schöne und das Biest erinnert. Die geheimnisumwobene Atmosphäre hat mich sofort gepackt und es dauerte nicht lange, bis ich in der Geschichte gefangen war. Mechthild Gläser verleiht ihrer Geschichte nicht nur einen magischen und geheimnisvollen Touch, sondern auch eine leicht unheimliche und gruselige Atmosphäre was mir richtig gut gefallen hat. Man begleitet Emma auf ihren Erkundungstouren durch das Schloss und die alte Ruine, geht mit in die dunkelsten und unheimlichsten Ecken, die das Schloss und die Ländereien zu bieten haben – Gänsehaut ist vorprogrammiert.

Emma, unsere Protagonistin, mochte ich gleich von Anfang sehr gerne. Auch wenn es ein paar Klischees in dieser Geschichte gibt (unfreundlicher, arroganter und gutaussehender Typ der sich im Laufe der Geschichte doch nicht als so unausstehlich entpuppt wie anfangs geglaubt) hat mir sehr gut gefallen, dass Emma alles andere als klischeehaft auf diverse Situationen reagiert hat. Emma ist nicht umsonst Mittelstufensprecherin des Internats. Sie weiß ganz genau, was für ihre Schule das Beste ist und auch wenn sie hier und da noch etwas naiv wirkt, insbesondere zu Anfang, wenn es um die Kräfte des Buches geht, lernt sie sehr schnell dazu. Sie ist selbstbewusst, furchtlos, loyal gegenüber ihren Freundinnen, stark, fröhlich, witzig – eine richtige Heldin eben, die man einfach ins Herz schließen muss. Ich mochte ihre direkte Art sehr gerne und die Tatsache, dass sie sich nicht von dem Charme bestimmter männlicher Zeitgenossen einlullen lässt noch viel mehr. 

Neben Emma mochte ich auch den Widerling Darcy de Winter, ein Charakter inspiriert von Jane Austens Stolz und Vorurteil. Ich selbst habe das Buch nicht gelesen, allerdings schon viel über besagten Mr Darcy gehört und abgesehen von der Klischeehaftigkeit mochte ich auch seinen Charakter wirklich ganz gerne. Zu Anfang noch unausstehlich mit seiner übellaunigen und nervigen Art, entpuppt er sich später als Jemanden mit harter Schale und sehr weichem Kern. Die Figur macht eine große Entwicklung durch, was mir richtig gut gefallen hat und am Ende erkennt man den Darcy, wie man ihn am Anfang des Buches kennengelernt hat, gar nicht mehr wieder.

Und natürlich mochte ich auch Hanna, Charlotte und Toby sehr gerne. Ich hätte mir hier gewünscht, ein wenig mehr von ihnen zu lesen, besonders von Charlotte, die als eigentlich beste Freundin von Emma, doch sehr arg in den Hintergrund gerückt wurde, wie ich finde. Aber ansonsten habe ich, mit Ausnahme von Frederick und Helena, gleich jeden in mein Herz geschlossen.

Die Geschichte fängt ruhig und langsam an, man wird eingeführt in das Leben auf dem Internat. Man tastet sich langsam heran an die Story, an die Charaktere und obwohl das Buch nicht unbedingt von Action strotzt, war ich die ganze Zeit über gefesselt und neugierig darauf herauszufinden, was als Nächstes passiert. Ebenfalls hat mir sehr gut gefallen, dass Auszüge aus der alten Chronik bzw. dem Tagebuch abgedruckt waren und man so selbst auch die Gelegenheit hatte, die eigene Neugierde zu stillen und ein bisschen in der alten Chronik, die Emma im Verlauf der Geschichte noch recht viel Ärger bereitet, zu stöbern.

Das Ende jedoch kam mir ein bisschen abrupt muss ich sagen. Auf einmal war die Geschichte vorbei und ich hätte mir wirklich gewünscht, das Ende wäre etwas ausführlicher beschrieben worden.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, einfach, jugendlich, angenehm zu lesen mit präzise formulierten Sätzen und wunderschönen Beschreibungen.

Mir hat dieses Buch wirklich sehr viel Freude bereitet. Abgesehen von dem wundervollen phantasievollen Buchcover, war auch die Geschichte genau das, was ich mir vorgestellt habe: geheimnisvoll, mysteriös, aufregend. Mich konnte Mechthild Gläser mit diesem Roman definitiv begeistern. 

2 Gedanken zu “BOOK REVIEW: Emma, der Faun und das vergessene Buch von Mechthild Gläser

  1. Pingback: Juni-licious: Mein Monatsrückblick Juni 2017 |

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